Photo: »My teacher was not a Nazi.« Friesgasse, 1150 Vienna
Photo: »My teacher was not a Nazi.« Friesgasse, 1150 Vienna

GASTVORTRAG: Johanna Tinzl

Johanna Tinzl ist bildende Künstlerin. Ihre Arbeiten basieren auf einer sensiblen, partizipativen Auseinandersetzung mit der Geschichte bestimmter Menschen, Communities und deren Orte. Dabei gilt ihr besonderes Interesse der Performativität historischer Erzählungen und der Sichtbarmachung prekärer Momente des Politischen im Alltäglichen. Ihre umfangreichen Recherchen integriert sie in performative oder installative Formate, die ein breites Spektrum an Medien wie Video, Sound, Objekt und Text umfassen. Das Sammeln von Beobachtungen und Informationen und die kritische Auseinandersetzung mit Bildproduktion bilden somit die Basis für die Entwicklung von nicht-linearen, vielstimmigen Erzählungen. Ihre Arbeiten können sowohl fiktiven als auch dokumentarischen Charakter haben.

Johanna Tinzl studierte Bildhauerei an der Universität Mozarteum Salzburg und Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2015 war sie Stipendiatin des Artist in Residence Programm Red Gate in Beijing (China) und 2015-2011 Artist in Residence bei Hotel Charleroi (Belgien). 2013 wurde sie mit dem Paul Flora Preis ausgezeichnet (mit Stefan Flunger) und 2010 erhielt sie das Start-Stipendium des bm:ukk. Ihre Arbeiten wurden international bei Ausstellungen, Screenings und Workshops gezeigt und diskutiert.

www.johannatinzl.net

Mi. 05.12.2018, 14:00
Reindlstraße 16-18
Seminarraum W3EG15

Im Rahmen der LV "Kunst Aktion Wiederstand"

Photo: Nikolaos Zachariadis
Photo: Nikolaos Zachariadis

GASTVORTRAG: Dr.in Nicole Pruckermayr

COMRADE CONRADE. Demokratie und Frieden auf der Straße

Seit 2016 beschäftigt sich das interdisziplinäre Kunst-, Forschungs- und Friedensprojekt COMRADE CONRADE. Demokratie und Frieden auf der Straße“ mit dem öffentlichen Raum der Stadt Graz, genauer mit der Conrad-von-Hötzendorf-Straße. Durch das österreichische Gedenkjahr 2018 hindurch – beginnend Ende 2017 – finden mit friedvoller und diplomatischer Grundhaltung verschiedene Diskursplattformen zu gesellschaftspolitischen, historischen, sozialen und städtebaulichen Themen rund um eine der prestigträchtigsten Straßen von Graz statt. Die Conrad-von-Hötzendorf-Straße ist benannt nach Franz Conrad von Hötzendorf, der wesentlich für den Weg in den Ersten Weltkrieg, die brutale Kriegsführung und Übergriffe gegenüber Zivilist*innen mitverantwortlich war und befindet sich derzeit in einem massiven Transformationsprozess.

In niederschwelligen Rundgängen, mit Kunst-im-öffentlichen-Raum-Projekten, einer Tagung sowie Veranstaltungen wie der das gesamte Jahr begleitenden Denkwerkstatt wird mit vielen zivilgesellschaftlichen Akteure und Akteurinnen nachgegangen, was hierwar, was hier istund auch wie wir uns diesen Ort, den öffentlichen Raum in der Stadt Graz gemeinsam wünschen und aktiv mitgestalten wollen.

Dr.in Nicole Pruckermayr, Initiatorin, Projektleiterin und mit sozialen Orten, Raum, Technologie, Menschen und dem menschlichen Körper denkende und arbeitende Künstlerin. 2004 bis 2012 Universitätsassistentin am Institut für Zeitgenössische Kunst/TU Graz (bei Hans Kupelwieser), derzeit freischaffende Künstlerin und Lehraufträge. Ausbildungen: Studium der Architektur, Visuelle Kultur und Kunstanthropologie

Mi. 28.11.2018, 14:00
Reindlstraße 16-18
Seminarraum W3EG15

Im Rahmen der LV "Kunst Aktion Wiederstand"

https://comradeconrade.mur.at

https://umlaeute.mur.at/CV/nicole-pruckermayr/

Iris Andraschek, o.T., (aus der Serie CHONGQING), 2017, Fotografie, 75 x 50cm
Iris Andraschek, o.T., (aus der Serie CHONGQING), 2017, Fotografie, 75 x 50cm

EMPFINDLICHES GLEICHGEWICHT

24. Oktober 2018 bis 20. Jänner 2019

Eröffnung: 24.Okt.2018, 19.00 Uhr; Ausstellung bis 20.Jän.2019Museum Moderner Kunst Kärnten, Burggasse 8, Klagenfurt/Wörthersee

Hubert Lobnig, Lehrender der Künstlerischen Praxis und der Experimentellen Gestaltung an der Kunstuniversität Linz, lädt gemeinsam mit Iris Andraschek zur Ausstellung.

Begrüßung durch
Mag. Igor Pucker, Leiter Abteilung Kunst und Kultur

Zur Ausstellung sprechen
Mag. Christine Wetzlinger-Grundnig, Direktorin MMKK und Kuratorin
Mag. Verena Gamper, Leitung Egon Schiele Dokumentationszentrum

Eröffnung durch
Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser, Kulturreferent des Landes Kärnten

Die Ausstellung „Empfindliches Gleichgewicht" präsentiert in elf Räumen sowohl das autonome Schaffen, als auch gemeinsame Projekte der beiden Künstler_innen Iris Andraschek und Hubert Lobnig. Obwohl die beiden Akteure grundsätzlich voneinander unabhängig arbeiten, finden sie immer wieder an gemeinsamen Schnittpunkten ihrer Kunst zusammen.

Im Fokus ihrer künstlerischen Arbeit steht der Blick auf die Gesellschaft und deren Wandlung. In der Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Realität thematisieren die beiden Künstler_innen oft brisante Problematiken wie Migration, Genderthemen oder den Wandel politischer- sowie sozialer Ordnungen. Dabei werden die Auswirkungen und Reaktionen kritisch hinterfragt und zu ergründen versucht. In alternativen Gegenmodellen jenseits kollektiver Richtlinien kontrastieren die Künstler_innen die gesetzten Vorgaben gesellschaftlicher Strukturen und schaffen einen Konfrontationsnimbus von Utopie und Realität.

Bezeichnend für die beiden Künstler_innen ist vor allem ihre ortsbezogene Arbeit. So nimmt auch die Ausstellung im Museum Moderner Kunst Kärnten Bezug zur Historie des Gebäudes und stellt die Werke in den Kontext der sogenannten „Burg" in Klagenfurt sowie der Region Kärnten als speziellem, kulturellem und politischem Raum.

Publikation: Zur Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst ein umfangreicher Ausstellungskatalog in deutscher und englischer Sprache mit Beiträgen von Katrin Bucher Trantow, Verena Gamper, Daniela Hölzl, Günther Oberhollenzer und Christine Wetzlinger-Grundnig.

Künstlerische Praxis : Künstlerische Praxis